Mittwoch, 6. Mai 2015

Laut dem Philosophen und Soziologen George Herbert Mead hat jedes Individuum Eigenschaften, die es von anderen unterscheidet. Diese Fähigkeiten oder Eigenschaften machen uns effektiv, sodass die Gesellschaft in gewissen Aspekten ergänzt werden kann.
Interessant ist hierbei, dass theoretisch in der Gemeinschaft, in der die Individuen sich bewegen, jede Person den gleichen gesellschaftlichen Ursprung hat, es in der Entwicklung der eigenen Werte, Eigenschaften, etc. aber zu weitreichenden Unterschieden kommen kann.
Dabei reagiert jeder Einzelne auf die Gesellschaft, passt sich ihr an, beeinflusst aber auch umgekehrt die Gesellschaft durch seine Persönlichkeit. Besonders deutlich wird dies bei historischen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Einstein, die die Gemeinschaft nachhaltig prägen und verändern.
Diese Veränderungen scheinen zunächst unsichtbar, jedes Individuum kann erst im Nachhinein auf diese, von ihm selbst herbeigeführte Veränderung, reagieren.
Hierbei sollen die tatsächlichen Ereignisse, die eine Person erlebt hat, verwirklicht werden. Mead nennt dies das 'Ich', das durch seine Identität Anerkennung aller anderen Individuen sucht. Es geht aber noch weit über das Suchen von Anerkennung hinaus, da jede einzelne Person versucht, sich durch ihre Identität von den anderen zu unterschieden. Und dies nur im positiven Sinne. Diese Art Überlegenheitsgefühl ist jedoch nicht negativ aufzufassen, sondern ganz normal für das „Ich“ eines jeden.
Auch in der Gemeinschaft spiegelt sich dieses Überlegenheitsgefühl wider. Die eigene Gruppe soll immer besser sein als die anderen, organisierter.

Ähnliche Ansätze liefert auch Albert K. Cohen. Er geht jedoch zunächst von der Grundannahme aus, dass alle Taten von Personen dazu dienen, Probleme zu lösen. Diese Probleme gehen einmal aus der Lebenswelt eines jeden Individuums hervor (bei Cohen: 'situation') und den schon vorhandenen Interessen und Werten ('frame of referneces'). Um die Probleme zu lösen, muss eine Werteverschiebung stattfinden, das heißt, der 'frame of references' muss sich nachhaltig ändern. Ein anderes Kriterium, um Probleme zufriedenstellend zu lösen, ist, dass die Gemeinschaft, in der sich das Individuum befindet, diese Lösung als nachvollziehbar annimmt. Werden die Lösungsansätze in der Form jedoch nicht von der Gemeinschaft akzeptiert, so kann es passieren, dass das Individuum lieber Teil einer anderen Subkultur wird, die näher an den eigenen Vorstellungen liegt.
Und auch in der Gemeinschaft müssen Probleme so gelöst werden, dass sich der 'frame of references' verändert. Dies kann manchmal sogar in solch einem Maße geschehen, dass sich für äußere Betrachter, ganze moralische Grundsätze auflösen. Dieser Prozess stellt die Bildung einer neuen Subkultur dar.
Ähnlich wie bei Mead betont auch Cohen, dass jedes Individuum in seiner Gemeinschaft akzeptiert werden will, was sich bei Mead in dem Überlegenheitsgefühl äußert, dass jedes Individuum, seiner Meinung nach, inne hat. Und auch das Überlegenheitsgefühl der einzelnen Gruppen impliziert Cohen, da er davon spricht, dass jede Gruppe beziehungsweise Subkultur vor dem Problem stehen könnte, von Außen nicht akzeptiert zu werden, die Individuen sich innerhalb ihrer Gemeinschaft jedoch am wohlsten fühlen.

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