Laut dem Philosophen und Soziologen
George Herbert Mead hat jedes Individuum Eigenschaften, die es von
anderen unterscheidet. Diese Fähigkeiten oder Eigenschaften machen
uns effektiv, sodass die Gesellschaft in gewissen Aspekten ergänzt
werden kann.
Interessant ist hierbei, dass
theoretisch in der Gemeinschaft, in der die Individuen sich bewegen,
jede Person den gleichen gesellschaftlichen Ursprung hat, es in der
Entwicklung der eigenen Werte, Eigenschaften, etc. aber zu
weitreichenden Unterschieden kommen kann.
Dabei reagiert jeder Einzelne auf die
Gesellschaft, passt sich ihr an, beeinflusst aber auch umgekehrt die
Gesellschaft durch seine Persönlichkeit. Besonders deutlich wird
dies bei historischen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Einstein,
die die Gemeinschaft nachhaltig prägen und verändern.
Diese Veränderungen scheinen zunächst
unsichtbar, jedes Individuum kann erst im Nachhinein auf diese, von
ihm selbst herbeigeführte Veränderung, reagieren.
Hierbei sollen die tatsächlichen
Ereignisse, die eine Person erlebt hat, verwirklicht werden. Mead
nennt dies das 'Ich', das durch seine Identität Anerkennung
aller anderen Individuen sucht. Es geht aber noch weit über das
Suchen von Anerkennung hinaus, da jede einzelne Person versucht, sich
durch ihre Identität von den anderen zu unterschieden. Und dies nur
im positiven Sinne. Diese Art Überlegenheitsgefühl ist jedoch nicht
negativ aufzufassen, sondern ganz normal für das „Ich“ eines
jeden.
Auch in der Gemeinschaft spiegelt sich
dieses Überlegenheitsgefühl wider. Die eigene Gruppe soll immer
besser sein als die anderen, organisierter.
Ähnliche Ansätze liefert auch Albert
K. Cohen. Er geht jedoch zunächst von der Grundannahme aus, dass
alle Taten von Personen dazu dienen, Probleme zu lösen. Diese
Probleme gehen einmal aus der Lebenswelt eines jeden Individuums
hervor (bei Cohen: 'situation') und den schon vorhandenen Interessen
und Werten ('frame of referneces'). Um die Probleme zu lösen, muss
eine Werteverschiebung stattfinden, das heißt, der 'frame of
references' muss sich nachhaltig ändern. Ein anderes Kriterium, um
Probleme zufriedenstellend zu lösen, ist, dass die Gemeinschaft, in
der sich das Individuum befindet, diese Lösung als nachvollziehbar
annimmt. Werden die Lösungsansätze in der Form jedoch nicht von der
Gemeinschaft akzeptiert, so kann es passieren, dass das Individuum
lieber Teil einer anderen Subkultur wird, die näher an den eigenen
Vorstellungen liegt.
Und auch in der Gemeinschaft müssen
Probleme so gelöst werden, dass sich der 'frame of references'
verändert. Dies kann manchmal sogar in solch einem Maße geschehen,
dass sich für äußere Betrachter, ganze moralische Grundsätze
auflösen. Dieser Prozess stellt die Bildung einer neuen Subkultur
dar.
Ähnlich wie bei Mead betont auch
Cohen, dass jedes Individuum in seiner Gemeinschaft akzeptiert werden
will, was sich bei Mead in dem Überlegenheitsgefühl äußert, dass
jedes Individuum, seiner Meinung nach, inne hat. Und auch das
Überlegenheitsgefühl der einzelnen Gruppen impliziert Cohen, da er
davon spricht, dass jede Gruppe beziehungsweise Subkultur vor dem
Problem stehen könnte, von Außen nicht akzeptiert zu werden, die
Individuen sich innerhalb ihrer Gemeinschaft jedoch am wohlsten
fühlen.
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