Dienstag, 21. April 2015

Jeder von uns hat schon mal einen Popsong gehört. Oder sich Pop-Art Kunst angeschaut.

Es hat auch jeder ein Bild davon im Kopf, was zum Beispiel den Popsong ausmacht. Spricht man aber von Pop in der Wissenschaft, ist es schon nicht mehr so klar, wie Pop zu definieren ist. 

Ähnlich sieht das auch Thomas Hecken in seinem Aufsatz über die Definition des Pop-Begriffs, da jeder Autor einem Begriff eine schlüssige Definition geben kann. Wissenschaftliche gesehen, sollte die Definition des Pop-Begriffs die offensichtliche Verbindung zur Musik und Kunst jedoch überschreiten. 

Viele bekannte Definitionen sehen Pop als einen Teil der Massenkultur, Phänomene, die sich durch Massenmedien rasend schnell verbreiten und somit als "populär" und hip gelten. So, wie auch Hecken, sehe ich Schwierigkeiten bei einer solchen Definition, da diese einfach eine Ansatz zur Erklärung von Populärkultur liefert. In diesem Zusammenhang wäre also eine Definition des Pop-Begriffs überhaupt nicht notwendig, da bereits ein Ausdruck, der der Populär- oder Massenkultur, schon besteht. 

Der Poptheoretiker Dietrich Diederichsen geht in seinem Aufsatz über die Definition des Pop-Begriffs vor allem auf drei Elemente ein, die Pop ausmachen. Das erste Element ist die Transformation. Es werden Grenzen überschritten, egal ob ethnischer oder kultureller Art. Die Umgebung gestaltet sich immer neu, es ist eine gewisse Dynamik vorhanden.

Der zweite Punkt, den Diederichsen als Element des Pop ansieht, ist, dass Pop seine Umwelt bejaht. Daraus resultieren Gegenbewegungen, die die Gesellschaft durchaus kritisch sehen, die Welt und das Leben jedoch nicht als negativ ansehen. Dies unterscheidet den Pop von anderen Subkulturen, die meist mit der gegebenen Welt unzufrieden sind und diese eher verneinen. Auch hierbei ist also wieder eine gewisse Dynamik zu sehen, die den Pop-Begriff ganz entscheidend prägt.

In drittes Element bezeichnet Pop als einen Geheimcode. Bekannte Pop-Vertreter, wie zum Beispiel Warhol benutzten diesen für ihre oftmals gesellschaftskritischen Aussagen, aber eher scheinaffirmativ, damit zumindest ein scheinbarer Zugang für alle geschaffen wurde.

Obwohl beide Texten eine Vielzahl von Begriffsdefinitionen liefern, erscheint es mir immer noch schwierig eine klare, wissenschaftliche Erklärung des Pop-Begriffs zu liefern.
Wo befindet sich die Grenze zur Populärkultur oder sehen nur wenige Theoretiker eine Schwierigkeit darin, diese beiden Begriffe voneinander zu trennen?

Eine Definition für den Begriff Pop zu finden, scheint also schwerer, als zunächst vermutet. Es geht nicht nur um den neusten Popsong oder um etwas „populäres“. Es müssen noch einige Faktoren mehr beachtet werden, wie es beide, Hecken und Diederichsen, versuchen. Eine universell gültige Definition gibt es allerdings nicht.

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